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Kann man gleichzeitig schnarchen und träumen?

Kann man gleichzeitig schnarchen und träumen?Ja, das ist möglich, kommt jedoch vergleichsweise selten vor. Schnarchen tritt überwiegend im Non‑REM‑Schlaf auf, während die meisten intensiven Träume im REM‑Schlaf entstehen. Da die Muskulatur im REM‑Schlaf weitgehend (REM-Atonie) erschlafft, kommt es dort seltener zum Schnarchen. In Ausnahmefällen, etwa bei Schlafapnoe, können beide Phänomene zeitgleich auftreten.

Was passiert im Gehirn und in den Atemwegen während des Schlafs?

Stellen Sie sich den Schlaf wie eine nächtliche Reise durch verschiedene Landschaften vor. Jede „Station“ hat ihre eigenen Besonderheiten, die beeinflussen, ob Sie schnarchen, träumen oder beides.

Während der Nacht durchläuft unser Körper mehrere Schlafzyklen, die sich in Non-REM-Schlaf und REM-Schlaf unterteilen.

1. Der Non-REM-Schlaf: Die Hochphase des Schnarchens

Der Non-REM-Schlaf (NREM) besteht aus drei Stadien:

  • Leichter Schlaf (N1 & N2): Der Körper entspannt sich, die Muskeln lockern sich, aber Sie sind noch leicht aufzuwecken. Es ist wie das sanfte Gleiten in einen ruhigen See – alles wird stiller.
  • Tiefschlaf (N3): Die „Erholungsstation“ für Ihren Körper. Ihre Zellen regenerieren sich, und die Muskeln sind maximal entspannt. Allerdings führt diese tiefe Entspannung oft dazu, dass auch die Rachenmuskulatur erschlafft, was die Atemwege verengen kann – ideal für das klassische Schnarchen.
Schlaftests zeigen, dass der Großteil der Schnarch‑Ereignisse während der Non‑REM‑Phasen auftritt. Warum? Weil der Körper hier so entspannt ist, dass das Gewebe in den Atemwegen vibrieren kann.Welche körperlichen Beschwerden diese Vibrationen verursachen können, insbesondere im Hals‑ und Rachenbereich, erklären wir im Beitrag „Halsschmerzen durch Schnarchen“.

2. Der REM-Schlaf: Die Welt der Träume – aber kaum Schnarchen

Der REM-Schlaf („Rapid Eye Movement“) ist die Phase, in der die intensivsten Träume entstehen. Ihr Gehirn ist fast so aktiv wie im Wachzustand, aber Ihre Muskeln sind wie erstarrt. Diese sogenannte „Muskelatonie“ (auch REM-Atonie) ist ein Schutzmechanismus, der verhindert, dass Sie Ihre Träume körperlich ausleben, zum Beispiel, indem Sie im Bett um sich schlagen oder im Schlaf herumrennen.

Die Muskelstarre hat eine interessante Folge: Sie reduziert das Schnarchen deutlich. Die Atemwege sind stabiler und Vibrationen, die Schnarchgeräusche verursachen, treten seltener auf.

Dennoch: Bei Menschen mit Schlafapnoe, anatomischen Veränderungen in den Atemwegen oder stark erschlafftem Rachengewebe kann es auch hier zu Schnarchen oder Atemaussetzern kommen.

Für die meisten Menschen ist der REM‑Schlaf weitgehend schnarcharm.

Wie beeinflussen starkes Schnarchen und Schlafapnoe das Träumen?

Das Erinnern an Träume hängt stark vom REM-Schlaf ab, der Phase, in der die meisten Träume stattfinden. Ein wichtiger Punkt für Betroffene: Starkes Schnarchen oder obstruktive Schlafapnoe (OSA) kann die Traumwelt stören.

Warum ist das so?

  1. Verkürzte REM-Phasen: Häufige Weckreaktionen durch Schnarchen oder Schlafapnoe unterbrechen den REM-Schlaf und brechen so auch Träume ab.
  2. Weniger Traumerinnerungen: Tiefer, ungestörter Schlaf führt zu längeren REM-Phasen und einer besseren Traumerinnerung. Bei gestörtem Schlaf werden Träume unterbrochen oder entstehen gar nicht erst.
  3. Die Schlafqualität leidet. Tagesmüdigkeit, Konzentrationsprobleme und langfristig gesundheitliche Risiken können so begünstigt werden.

Bei Personen mit Schlafapnoe ist es also wahrscheinlicher, dass sie gleichzeitig schnarchen und träumen. Sie werden aber oftmals durch Atemaussetzer aus dem Traum gerissen, bevor es spannend wird.
Wie intensiv Schnarchgeräusche tatsächlich werden können und welche Rolle die Lautstärke spielt, erklären wir im Beitrag „Wie laut ist Schnarchen?“.

Kann man im Traum merken, dass man schnarcht?

Eine amüsante Vorstellung: Träumen Menschen jemals davon, dass sie schnarchen? Die Antwort ist: eher nicht.

  • Während des Träumens sind bewusste Körperwahrnehmungen stark reduziert.
  • Das Gehirn blendet viele externe Geräusche aus, selbst das eigene Schnarchen.
  • Nur in sehr leichten Schlafphasen oder während eines kurzen Erwachens kommt es vor, dass eine Person sich an das eigene Schnarchen erinnert.

Ihr Gehirn ist also ein Meister darin, Sie von Ihrem eigenen Schnarchen abzulenken, leider aber nicht immer von dem Ihres Partners!

Praktische Tipps: Was tun, wenn Schnarchen den Schlaf beeinträchtigt?

Falls Sie oder Ihr Partner unter Schnarchen leiden, gibt es wirksame Maßnahmen, die helfen können:

  • Schlafposition ändern: Schlafen Sie auf der Seite statt auf dem Rücken oder lagern Sie den Kopf etwas höher. So bleiben die Atemwege offener und das Schnarchrisiko wird reduziert.
  • Individuell angepasste Unterkieferprotrusionsschienen vom Zahnarzt können bei geeigneten Personen dazu beitragen, die Atemwege im Schlaf zu stabilisieren.
  • Nasenspreizer, Pflaster und Luftbefeuchter: Bei leichten Fällen können sich diese Hilfsmittel positiv auf die Atemwege auswirken.
  • CPAP-Therapie bei Schlafapnoe: Falls Atemaussetzer festgestellt wurden, kann eine Überdruckmaske die Sauerstoffzufuhr sichern und für besseren Schlaf sorgen.

Schnarchen und Träumen – eher selten

Theoretisch können wir gleichzeitig schnarchen und träumen. Es ist aber eher die Ausnahme als die Regel. Schnarchen tritt hauptsächlich in den Non-REM-Phasen auf, während die intensivsten Träume im REM-Schlaf stattfinden. Dort verhindert die Muskelatonie das Schnarchen größtenteils.

Menschen mit starkem Schnarchen oder Schlafapnoe sind eine Ausnahme: Sie können beides gleichzeitig erleben, allerdings mit einer stark gestörten Schlafqualität.

Falls Sie oder Ihr Partner unter Schnarchen leiden, gibt es effektive Lösungen, die nicht nur den Schlaf verbessern, sondern auch Ihre Gesundheit und Lebensqualität steigern können.

Wenn Betroffene trotz langer Schlafdauer dauerhaft müde bleiben, kann dies auch darauf hinweisen, dass zu viel Schlaf gesundheitlich problematisch sein kann – mehr dazu im Beitrag „Ist zu viel Schlaf ungesund?“.

Informieren Sie sich und werden Sie aktiv. Denn guter Schlaf ist die Grundlage für ein gesundes und ausgeglichenes Leben!

Vergleich von Schnarchen und Träumen in Schlafstadien 

Schlafphase

Häufigkeit von Schnarchen

Häufigkeit von Träumen

Möglichkeit, dass beides gleichzeitig auftritt

N1 (Leichter Schlaf)

Selten

Selten

Möglich, aber unwahrscheinlich

N2 (Leichter Tiefschlaf)

Häufig

Gelegentlich

Möglich, insbesondere bei leichten Schnarchern

N3 (Tiefschlaf)

Sehr häufig

Selten

Unwahrscheinlich, da Träume selten

REM-Schlaf

Selten, aber möglich

Sehr häufig

Möglich, insbesondere bei schweren Schnarchern oder obstruktiver Schlafapnoe

Quellen: PLOS ONE; SLEEP; Current Neurology and Neuroscience Reports; European Respiratory Review; Journal of Clinical Medicine; American Thoracic Society; Stanford Health Care; Nature (Communications Psychology).