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Wie laut ist schnarchen?

Wie laut ist Schnarchen? Die Lautstärke von Schnarchgeräuschen kann stark variieren. Leichtes Schnarchen beginnt bei etwa 20 Dezibel, vergleichbar mit leisem Blätterrauschen. Mittleres bis starkes Schnarchen erreicht häufig 50 bis 65 Dezibel und entspricht normaler Gesprächslautstärke. In extremen Fällen wurden bis zu 90 Dezibel gemessen, also ähnlich laut wie ein Presslufthammer!

Wie Schnarchen entsteht

Schnarchen entsteht meist durch Vibrationen in Mund, Nase und Rachen. Wenn im Schlaf die Muskulatur im Rachenraum erschlafft, die Zunge zurückrutscht und so die Atemwege verengt werden. Wie stark diese Verengung auftritt, hängt vom jeweiligen Schnarchtyp ab. Erreicht Schnarchen dauerhaft sehr hohe Lautstärken, kann dies ein Hinweis auf eine relevante Atemwegsverengung oder sogar nächtliche Atemaussetzer sein. Im  Beitrag "Obstruktive Schlafapnoe: Ursachen, Symptome & Behandlung von Atemaussetzern" erläutern wir, alle wichtigen Punkte zu diesem Thema.

Wie laut schnarcht man? Messwerte im Überblick

Die Lautstärke des Schnarchens wird in Dezibel (dB) gemessen. Zum Vergleich: Flüstern hat etwa 30 dB, normale Gespräche etwa 60 dB. Hier einige Messwerte aus wissenschaftlichen Studien:

Schnarch-Intensität

Lautstärke in dB 

Vergleich 

 Leichtes Schnarchen  15–30 dB  Leise Hautshaltsgeräte
 Mittleres Schnarchen  40–60 dB  Normale Gesprächslautstärke
 Starkes Schnarchen  60–80 dB  Schleudernde Waschmaschine oder Staubsauger
 Extremes Schnarchen  bis zu 90 dB  sehr laute Industrie- und Verkehrsgeräusche 

Die durchschnittliche Schnarchlautstärke liegt zwischen 50 und 65 dB, was etwa einem normalen Gespräch entspricht. Einzelne Messungen berichten sogar über Schnarchgeräusche von bis zu 93 dB. Das kommt der Lautstärke eines Presslufthammers nahe oder kann sogar mit einem startenden Flugzeug mithalten.

Die Intensität des Schnarchens hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Anatomie: Engere Atemwege oder vergrößerte Mandeln begünstigen Schnarchen.
  • Lebensstil: Alkohol, Übergewicht und Rauchen verstärken die Problematik.
  • Schlafposition: In Rückenlage rutscht die Zunge stärker zurück und verstärkt das Geräusch.
  • Gesundheitliche und anatomische Faktoren: Erkältungen oder eine verkrümmte Nasenscheidewand können die Lautstärke erhöhen.

Wie misst man die Schnarchlautstärke?

Um Schnarchen effektiv zu messen, gibt es verschiedene moderne Methoden:

Polysomnographie im Schlaflabor

Die umfassendste Methode ist die Polysomnographie in einem Schlaflabor. Hierbei werden zahlreiche Parameter gemessen:

  • Atmung
  • Körperlage
  • Schnarchgeräusche
  • Herzfrequenz
  • Brustkorb- und Bauchbewegungen
  • Häufigkeit und Dauer von Atemaussetzern
  • Sauerstoffsättigung

Diese Methode liefert die detailliertesten Daten, erfordert jedoch einen Aufenthalt im Schlaflabor.

Ambulante Polygraphie

Für eine Messung zu Hause gibt es tragbare Polygraphie-Geräte. Diese erfassen:

  • Thorax- und Abdomen-Bewegungen
  • Nasendruck
  • Schnarchsignal
  • Körperlage und Aktivität
  • Sauerstoffsättigung und Puls

WatchPAT

Als besonders komfortable Methode gilt aktuell das WatchPAT-System, dies erfasst Atemstörungen und Sauerstoffsättigung und kann Rückschlüsse auf Schnarchereignisse zulassen

  • Wird wie eine Armbanduhr am Handgelenk getragen
  • Misst Gefäßspannung und Volumenänderungen in den Fingerarterien
  • Erfasst Sauerstoffsättigung und Atemstörungen
  • Benötigt zum Messen keine störenden Gurte oder Nasenkanülen

Smartphone-Apps

Für eine einfache Erstmessung gibt es verschiedene Smartphone-Apps. Im Detail unterscheiden sich diese im Preis und Funktionsumfang, funktionieren im Wesentlichen jedoch ähnlich:

  • Erkennen Schnarchgeräusche über das Mikrofon des Smartphones
  • Messen Häufigkeit und Lautstärke des Schnarchens und zeichnen das Schnarchen ggf. auf
  • Zeigen die genauen Zeiträume, wann Schnarchen auftritt

Die Apps sind zwar weniger präzise als medizinische Geräte, können aber einen ersten Eindruck vermitteln.

Die Wahl der Messmethode hängt von der gewünschten Genauigkeit und dem Komfort ab. Für eine umfassende Diagnose, insbesondere bei Verdacht auf Schlafapnoe, ist eine professionelle Untersuchung durch einen Schlafmediziner empfehlenswert.

Auswirkungen von lautem Schnarchen

Wir sehen: Schnarchen kann wirklich laut sein. Das bleibt nicht ohne Folgen.

Für den Schnarchenden selbst kann das Schnarchen den eigenen Schlaf erheblich stören: Die Erholungsphasen werden unterbrochen und bei Atemaussetzern wird auch die Sauerstoffversorgung empfindlich gestört. Daraus resultieren unter anderem:

  • Tagesmüdigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Gereiztheit
  • Nachlassende Libido und Depressionen
  • Kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen
  • Weitere erhebliche Gesundheitsrisiken je nach Ausprägung
 
Auch für den Partner eines starken Schnarchers kann die Situation sehr belastend sein:
  • Schlafentzug und mangelnde Regeneration: Der nächtliche Lärm stört den Schlaf und die notwendige Erholung leidet.
  • Gesundheitliche Folgen: Durch chronischen Schlafmangel können gesundheitliche Folgen wie Bluthochdruck, psychische Belastungen oder ein erhöhtes Unfallrisiko begünstigt werden.
  • Beziehungsprobleme: Schnarchen gilt als Beziehungskiller. Umfragen zeigen, das Schnarchen für jedes dritte Paar ein Trennungsgrund wäre.
  • Getrennte Schlafzimmer: 69 % der Paare schlafen wegen Schnarchen zeitweise getrennt.

Maßnahmen gegen starkes Schnarchen

Wer die Lautstärke seines Schnarchens reduzieren oder die Lautstärke reduzieren und das Schnarchen deutlich verringern möchte, kann verschiedene Maßnahmen ausprobieren:

Lebensstil anpassen

  • Gewicht reduzieren und mehr Bewegung
  • Alkohol und Beruhigungsmittel vermeiden
  • Rückenlage beim Schlafen vermeiden

Medizinische Hilfsmittel

  • Individuell angepasste Unterkieferprotrusionsschienen können bei geeigneten Patienten den Unterkiefer nach vorne verlagern und so die nächtliche Atmung unterstützen.
  • CPAP-Masken versorgen die Atemwege mit Überdruckluft. Vorwiegend bei ausgeprägter Schlafapnoe ist dies eine bewährte Methode.
  • Nasenpflaster und Nasenklammern können bei leichterem Schnarchen helfen. Sie sind meist weniger effektiv, lassen sich aber einfach und ohne große Kosten ausprobieren.

Schnarchen: Es kann extrem laut sein – aber es gibt Lösungen

Während leichtes Schnarchen kaum auffällt, erreicht extremes Schnarchen Lärmpegel von über 90 dB. Anhaltendes oder sehr lautes Schnarchen, insbesondere in Verbindung mit Atemaussetzern, kann gesundheitliche Probleme begünstigen. Wer betroffen ist, sollte nicht nur an den Partner denken, sondern auch an die eigene Gesundheit.

Lautes Schnarchen wirkt sich nicht nur auf den Schlaf aus, sondern kann auch körperliche Beschwerden verursachen. Mehr dazu im Beitrag „Halsschmerzen durch Schnarchen“.

Eine persönliche Betreuung und Unterstützung bieten Zahnärzte, HNO und Schlafmediziner.

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Wir wünschen Ihnen erholsame Nächte – ohne Lärm!

Quellen: American Academy of Sleep Medicine (AASM); Mayo Clinic; MSD Manual; European Respiratory Society; Cleveland Clinic; Sleep Foundation; peer‑reviewte Fachzeitschriften (SLEEP, Chest, European Respiratory Review).