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Schlafmythen im Check: Was stimmt wirklich?

Rund um den Schlaf halten sich viele Mythen! Vom Glas Wein am Abend bis zur Frage, ob man wirklich acht Stunden schlafen muss. Doch was davon stimmt tatsächlich? In diesem Artikel prüfen wir verbreitete Schlafmythen wissenschaftlich fundiert und zeigen, welche Annahmen überholt sind und worauf es beim gesunden Schlaf wirklich ankommt.
 
Schlafmythen entstehen häufig aus persönlichen Erfahrungen, überholten Annahmen oder vereinfachten Erklärungen. Obwohl sie oft gut gemeint sind, können sie zu falschen Erwartungen und verunsichertem Schlafverhalten führen.  Auch scheinbar harmlose Routinen wie das Bett machen oder nicht werden oft kontrovers diskutiert und sind Gegenstand zahlreicher Schlafmythen. Bei anhaltenden Schlafproblemen ist ärztlicher Rat sinnvoll.

Mythen rund ums Einschlafen & Schlafgewonheiten

Mythos: Ein Glas Wein hilft beim Einschlafen!

Teilweise richtig.
Alkohol kann entspannend wirken und so das Einschlafen erleichtern. Gleichzeitig stört er aber auch die körpereigene Schlafarchitektur: Während des Schlafs reagiert das Gehirn auf den Abbau des Alkohols mit Wachphasen, Unruhe oder Schwitzen. Dies führt zu einer Reduktion der Tiefschlafphasen, wodurch der Schlaf insgesamt weniger erholsam ist. Einschlafen mag also einfacher sein, gut durchschlafen dagegen meist nicht.

Mythos: Der Schlaf vor Mitternacht ist besonders wertvoll!

Falsch.
Entscheidend für die Erholung ist die Dauer und Qualität des Schlafs, nicht die Uhrzeit. Die ersten zwei bis drei Stunden nach dem Einschlafen gelten als besonders erholsam, unabhängig davon, ob dies vor oder nach Mitternacht geschieht. Wer spät einschläft, aber ausreichend schläft, hat keinen Nachteil allein wegen der Uhrzeit zu befürchten.

Mythos: Wer schnell einschläft, schläft besonders gut

Falsch.
Schnelles Einschlafen wird oft als Zeichen für guten Schlaf interpretiert. Tatsächlich kann es jedoch auch ein Hinweis auf starkes Schlafdefizit sein. Menschen, die sehr müde sind, fallen häufig innerhalb weniger Minuten in den Schlaf, weil dem Körper Erholung fehlt. Der durchschnitlliche Einschlafprozess dauert in der Regel etwa 15 bis 20 Minuten, kann aber stark variieren. 


Mythen zur Schlafdauer und Schlafqualität

Mythos: Man kann zu wenig, aber nicht zu viel schlafen!

Falsch.
Sowohl Schlafmangel als auch dauerhaft sehr lange Schlafzeiten können die psychische Gesundheit, Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden beeinträchtigen. Die oft genannte ideale Schlafdauer von rund sieben Stunden ist ein Durchschnittswert. Individuell kann das Schlafbedürfnis variieren, jedoch sind die genauen Gründe, warum zu viel Schlaf negative Effekte hat, noch nicht vollständig geklärt. Ob und wann sehr lange Schlafzeiten gesundheitlich problematisch sein können, wird im Artikel Ist zu viel Schlaf ungesund? ausführlich erklärt.

Mythos: Schlaf lässt sich am Wochenende nachholen

Falsch.
Viele Menschen glauben, dass sie Schlafmangel unter der Woche durch längeres Ausschlafen am Wochenende ausgleichen können. Tatsächlich zeigen Studien, dass sich kurzfristige Müdigkeit zwar etwas lindern lässt, die negativen Folgen von chronischem Schlafdefizit jedoch nicht vollständig verschwinden. Stoffwechselveränderungen, Konzentrationsprobleme und eine Störung der inneren Uhr bleiben oft bestehen. Schlaf ist also kein Bankkonto, auf das man später einfach „einzahlen“ kann

Mythos: Gute Schläfer wachen nachts nie auf!

Falsch.
Kurze nächtliche Wachphasen gehören zum normalen Schlafzyklus. Viele dieser Aufwachmomente nehmen wir jedoch gar nicht bewusst wahr. Sie sind kein Zeichen für schlechten Schlaf, solange wir anschließend wieder einschlafen können und uns am Morgen erholt fühlen.

Mythos: Ältere Menschen brauchen weniger Schlaf!

Falsch.
Fakt ist: Ältere Menschen haben ein ähnliches Schlafbedürfnis wie jüngere Erwachsene. Zwar werden die Tiefschlafphasen werden kürzer, und der Schlaf wird störanfälliger, dennoch bleibt das benötigte Schlafpensum gleich. Müdigkeit im Alter ist daher kein „Normalzustand“, sondern sollte ernst genommen werden!


Mythen über Schnarchen und Schlafposition

Mythos: Wer schnarcht, schläft besser!

Falsch.
Schnarchen ist kein Zeichen für guten oder tiefen Schlaf. Das Geräusch entsteht durch die natürliche Entspannung der Rachenmuskulatur im Schlaf. Kommt es darüber hinaus zu Atemaussetzern während dem Schlafen kann es schnell gesundheitsschädlich werden: Gehirn und Herz werden durch Unterversorgung und Stressreaktionen überbelasted, wodruch die Risiken für Herzinfarkte und Schlaganfälle deutlich erhöht werden können. Weiterführende Informationen zur Intensität und Wahrnehmung von Schnarchgeräuschen finden Sie im Beitrag Wie laut ist Schnarchen?

Mythos: Die Rückenlage sollte man grundsätzlich vermeiden!

Teilweise richtig.
Die Rückenlage kann das Risiko für schlafbezogene Atemstörungen begünstigen, da Zunge und Weichteile die Atemwege einengen können. Bei manchen Menschen tritt eine sogenannte positionsabhängige Schlafapnoe sogar ausschließlich in Rückenlage auf. Orthopädisch kann diese Schlafposition jedoch durchaus Vorteile haben. Entscheidend ist also die individuelle Situation.


Mythen über äußere Einflüsse auf den Schlaf

Mythos: Bei Vollmond schläft man schlechter!

Teilweise richtig.
Einige Studien deuten darauf hin, dass Menschen rund um den Vollmond etwas später einschlafen oder kürzer schlafen. Die Ergebnisse sind jedoch uneinheitlich, und der Effekt ist meist gering, da psychologische Faktoren und Erwartungen ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, um diesen Zusammenhang vollständig zu verstehen.

Mythos: Mit dem Kopf nach Norden schlafen wir schlechter!

Falsch.
Es gibt die Annahme, dass die Ausrichtung des Bettes gemäß den Himmelsrichtungen die Schlafqualität beeinflusst. Wissenschaftlich belegen ließ sich dies bisher aber nicht, da der Mythos eher auf kulturellen oder esoterischen Vorstellungen beruht.

Mythos: Fernsehen hilft beim Einschlafen

Falsch.
Das Einschlafen vor dem Fernseher wird häufig als entspannend empfunden, verbessert die Schlafqualität jedoch nicht. Licht, insbesondere Bildschirmlicht, und wechselnde Inhalte aktivieren das Gehirn und können den Schlaf oberflächlicher machen. Experten empfehlen daher, zumindest helle Bildschirme vor dem Zubettgehen zu vermeiden oder ruhige Alternativen wie Hörformate zu nutzen, um einen tieferen und erholsameren Schlaf zu erreichen.

Mythen über üngewöhnliche Schlafaktivitäten

Mythos: Essen im Schlaf ist unmöglich!

Teilweise wahr.
Während des normalen Schlafs essen wir nicht. Jedoch kann es beim Schlafwandeln (Somnambulismus) zu Aktivitäten wie Herumlaufen oder sogar Essen kommen. Betroffene finden beispielsweise am Morgen leere Verpackungen von Süßigkeiten, ohne sich an den Verzehr zu erinnern, und klagen über eine unerklärliche Gewichtszunahme.

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